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Christa Mulack

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Christa Mulack
Gelebt 1943–22. Juli 2021
Beruf Autor, Theologe
URL christa-mulack.de

Christa Mulack (1943-2021) war eine deutsche promovierte Erziehungs­wissen­schaftlerin und Theologin sowie studierte Psychologin. Sie verstand sich als Frauen- und Matriarchats­forscherin und war eine Vertreterin des extremen Differenz-Feminismus. In ihren Büchern thematisierte sie die Wertung des Weiblichen, und zwar aus psychologischer, soziologischer, theologischer und religions­wissen­schaftlicher Perspektive. Sie lebte als freie Schriftstellerin, Religionsforscherin und Pädagogin in Hagen.

Christa Mulack vertrat einen radikalen Differenz-Feminismus. Ihr Buch "Natürlich weiblich. Die Heimat­losigkeit der Frau im Patriarchat" (1990) beginnt mit den Worten:

Zitat: «Das männliche Geschlecht hat sich auf diesem Planeten so breit gemacht, daß weibliche Heimat­losigkeit die unausweichliche Folge ist.»

Mulack sprach nicht nur von einer materiellen Enteignung des weiblichen Geschlechts, sondern von einer zusätzlichen geistig-seelischen

Zitat: «Enteignung und Ausbeutung, die auf kultureller und religiöser, psychologischer und sozialer Ebene mit einem umfassenden Entfremdungsprogramm durchgeführt wird. [...] Der Verlust unserer Frauenwelt war ein jahr­tausende­langer Prozeß, der wohl erst in der Gegenwart seinen Höhepunkt gefunden hat.»

Ferner beklagte sie:

Zitat: «Frauen, die sich weigern, ihr Leben auch weiterhin als männliche Bedürfnis­befriedigung zu fristen, müssen mit ihren Kindern (oder auch ohne) das Haus verlassen und auf Wohnungssuche gehen, das heißt bei anderen Männern um Wohnrecht bitten. [...]
Gemessen an den unzähligen Männerprojekten, die Unsummen an Geldern verschlingen, werden Frauen­projekte mit Almosen abgespeist.»

Die Wahrheit wird als "perspektivisch" gekennzeichnet,

Zitat: «denn die Wahrheit des Menschen ist nicht zeit- und kultur-, sondern eben auch geschlechts­abhängig.», S.11

Als Differenz-Feministin lehnte Mulack die Geschlechter-Gleichheit als Ziel der Frauenbewegung radikal ab und wendete sich damit gegen die Queer-Theorie sowie die marxistisch-egalitäre Ideologie, mithin gegen die "Sozialistinnen" innerhalb der Feminismus wie Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer.

Ebenso lehnte Mulack eine Gleichberechtigung ab und illustrierte das unter anderem mit folgendem Beispiel: Was haben Frauen von dem Recht, die Umwelt zu verpesten, wenn sie, anders als Männer, lieber saubere Luft mögen? Die Interessen sind eben völlig verschieden - behauptet Mulack.

Gleichzeitig wies Mulack aber auch die These von der Gleichwertigkeit der Geschlechter zurück. Frauen sind demnach nicht gleich - nein, sie sind überlegen:

Zitat: «Aus diesem Grund tendiere ich zu einer dritten Haltung, die vielfach mit dem Begriff der "neuen Weiblichkeit" umschrieben wird. Die Grundlage dieser Wertung bildet ein weibliches Überlegenheits­gefühl gegenüber dem männlichen Geschlecht aufgrund von Fähigkeiten und Stärken, die [...] sich teilweise wissenschaftlich, teilweise aber auch in alltäglichen Erfahrungen vieler Frauen bestätigt haben. [...]
Aus einer solchen Position der Stärke heraus lehnen viele Frauen es inzwischen ab, ihre Energien weiterhin in einem Kampf um Gleichberechtigung zu verschleißen, die ihnen letztlich doch nur Rechte bieten kann, die sie gar nicht mehr wollen.», S. 49ff.[1]

Christa Mulack hielt etwa das weibliche X-Chromosom aufgrund seiner Größe dem männlichen Y-Chromosom für ebenso überlegen wie die weibliche Ei- der männlichen Samenzelle.[2]

In Klara Hitler - Muttersein im Patriarchat (2005) beschrieb sie die patriarchale Familie als "Steigbügel­halter des Dritten Reiches" und Klara Hitler[wp] als Prototyp einer patriarchalen Mutter.[3]

Zitate

  • "Allein die Frau vollbringt das Wunder der Schöpfung." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 82
  • "Sie [durch Männer verübte Gewalttaten] werfen vielmehr die Frage auf, ob Frauen nicht vom Staat zu Beginn der Ehe eine einmalige - oder auch monatliche - Gefahrenzulage erhalten sollten. Schließlich hat er ja offensichtlich ein starkes Interesse an der Beibehaltung dieser Lebensform (siehe Ehegattensplitting). Außerdem sind die Gefahren­zulagen in vielen so genannten 'Männer­berufen' eine Selbst­verständlichkeit, obwohl die Todesraten dort wesentlich niedriger liegen."" - Der Mutterschaftsbetrug, S. 24
  • "Bei dem Kindschaftsreformgesetz geht es also ganz eindeutig um eine Beschneidung mütterlicher Kompetenz. Was den Müttern genommen wurde, teilen sich nun die Familiengerichte mit den Vätern - eine klare Entmachtung der Mutter." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 194
  • "Diese Abneigung [von Männern] gegen Kinder drückt sich darin aus, dass ca. 80 % aller Schwangerschafts­abbrüche auf massivsten Druck der Ehemänner oder Partner zurückgehen." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 204
  • "Für Männer galt schon immer: Wissen ist Macht. Doch das gilt erst recht[!] für Frauen. Nur sie wissen, von wem sie schwanger sind. Die Frage ist nur, mit wem sie dieses Wissen teilen sollen. - Wie sicher können sie sein, dass sie nicht einen viel zu hohen Preis bezahlen müssen, wenn sie dieses Wissen mit dem Partner teilen? - Wie sicher können sie sein, dass er sich nicht eines Tages gegen sie wendet und sein Recht auf die Kinder geltend macht? [...]
    Aus dem verschwiegenen Wissen aber, das die Natur nur ihnen geschenkt hat, jene Macht zu beziehen, die ihnen zusteht und die ihnen Väter und Vater Staat nehmen wollen, darin besteht die einzige Möglichkeit mütterlichen Widerstands gegen ihre Entmündigung als Mütter und gegen die Leugnung ihres Mehrwerts, der ihnen nun einmal mit Blick auf die Kinder zukommt."
    - Der Mutterschaftsbetrug, S. 247f.
  • "Um sich vor solchen angeblichen 'Kuckuckskindern' zu 'schützen' - die es bei Menschen ja eigentlich nicht geben kann, da es sich immer um die Kinder der Mutter handelt, also nicht um ihnen unter­geschobene Kinder wie bei Verwechslungen -, bedienen sich immer mehr Väter des heimlichen Gentests." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 240
  • "[Mit der Vorstellung der Priorität des Männlichen jedoch] wurde vor sechstausend Jahren ein völlig neuer Gedanke in die Welt gesetzt, der raubend und mordend seinen Siegeszug rund um den Globus antrat und sich nach wie vor zu behaupten sucht. Verglichen mit den Millionen von Jahren menschlicher Existenz, in der diese Form von Männlichkeit unbekannt war - auch wenn sie fälschlicherweise immer wieder in die Ursprungs­geschichte des Menschen hinein­projiziert wird - sind 6000 Jahre nur Bruchteile von Sekunden auf der Weltuhr. [...]
    Vernichtung und Krieg wurden für den Mann das, was der Frau Schwangerschaft, Geburt und Erhalt des Lebens bedeuteten. In dieser Eigenschaft war er nicht mehr zufrieden mit der Position an der Seite einer Frau und setzte sich an ihre Stelle."
    - Der Mutterschaftsbetrug, S. 125f.
  • "Bei matriarchalen Menschen geht der Respekt für die Intimsphäre eines Menschen [...] so weit, daß sie die Frage nach dem biologischen "Vater" eines Kindes als eine respektlose Grenz­überschreitung betrachten würden, zu der niemand ein Recht hat." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 143
  • "Wird die junge Frau schwanger, so verabschiedet sie sich in der Regel von ihrem Partner.
    Die Beendigung ihrer Liebesbeziehung ist kein Problem - weder für sie noch für den Mann. Sie legt ihm einfach seine Sachen vor die Tür, und er wird sie stillschweigend an sich nehmen und nicht mehr wiederkehren. Dabei kommt es weder zu Vorwürfen noch zu irgendwelchen Ressentiments. [...] Biologische "Vaterschaft" hat keine Bedeutung - weder für die Frau noch für den Mann; denn das Kind ist in jedem Fall Teil ihrer Sippe. Diese übernimmt die Versorgung, ihr Bruder die 'Vaterrolle'. [...] Hier gilt: Blut ist hier dicker als Sperma."
    - Der Mutterschaftsbetrug, S. 144f.
  • "Nicht die Loslösung von der Mutter macht aus uns psychisch gesunde Menschen, sondern eine geglückte, eine symbiotische Bindung an sie." - Der Mutterschaftsbetrug, S. 187

Werke

  • Der Mutterschaftsbetrug. Vom Unwert zum Mehrwert des Mutterseins. Web-Site-Verlag 2006, ISBN 3-93598272-0
  • Die Weiblichkeit Gottes. Matriarchale Voraussetzungen des Gottesbildes. Kreuz Verlag, ISBN 3-7831-0701-6
  • Religion ist zu wichtig, um sie den Männern zu überlassen. Die Göttin kehrt zurück. Kreuz Verlag, ISBN 3-7831-1603-1
  • Die Wurzeln weiblicher Macht. Frauen erkennen ihre Stärke. fabrica libri, ISBN 3-935937-43-1
  • Natürlich weiblich. Die Heimatlosigkeit der Frau im Patriarchat. fabrica libri, ISBN 3-935937-28-8
  • Maria, die geheime Göttin im Christentum. fabrica libri, ISBN 3-935937-24-5

Einzelnachweise

  1. Sexistinnen-Pranger: Christa Mulack
  2. Sidney Davenport: "Frauenrechtsbewegung" als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Der Freitag am 9. Juli 2011 (Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit)
  3. Uschi Madeisky in der Zeitschrift ab 40 (1/2006), Text online auf der Website des Christel-Göttert-Verlags.

Netzverweise