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Antifeminismus ist wie eine Schmerztablette und wirkt gegen feministischen Männerhass und Ressentiments gegen alles Männliche. MJ-12.jpg

12. Jubiläum

Feminismus basiert auf der Verschwörungstheorie, Männer auf der gesamten Welt hätten sich kollektiv gegen die Weiber verschworen, um sie zu unter­drücken, zu schlagen, zu ver­gewaltigen und auszubeuten. Feministinnen bekämpfen Ehe und Familie, weil die bürgerliche Familie das Feindbild ist. Frauen werden kollektiv als Opfer inszeniert und Männer als Täter denunziert. So manifestiert sich ein Ressentiment gegen alles Männliche bis hin zum offenen Männerhass. Dies bewirkt eine tief­greifende Spaltung der Gesellschaft, die es zu überwinden gilt.
Der Staatsfeminismus hat am 9. Januar 2020 in einem Akt stalinistischer Zensur[ext] berechtigte Kritik in "Jugend­gefährdung" umgedeutet.
Der institutionalisierte Feminismus stellt sich keiner Debatte auf Augenhöhe. Er nutzt den staatlichen Machtapparat, um jedwede Kritik wegzubügeln.
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Generisches Maskulinum

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Ein generisches Maskulinum ist ein maskulines Nomen oder Pronomen, das sich auf Personen mit unbekanntem Geschlecht bezieht, bei dem das Geschlecht der Personen nicht relevant ist oder mit dem männliche wie weibliche Personen gemeint sein sollen.[1] Es wird für Gruppen von Lebewesen verwendet, in denen es auch Mitglieder mit grammatikalisch weiblicher Bezeichnung gibt oder geben könnte.

Feministische Sprachkritik

In den 1970er Jahren begannen feministische Quotenfrauen, die ihre Existenz irgendwie beweisen mussten und ihre Aufgabe darin sehen, Frauen immer und überall als Opfer zu inszenieren, damit, das Generische Maskulinum zu kritisieren und zu behaupten, darin sei eine Benachteiligung der Frauen gegeben. Diese Behauptung ist in keiner Weise stichhaltig:

  1. Keine Frau hat je im Generischen Maskulinum eine Benachteiligung gesehen. Dieses künstliche Problem besteht nur im Elfenbeinturm feministischer Pseudowissenschaften.
  2. Es gibt in der deutschen Sprache auch ein Generisches Femininum, ohne dass dieses die feministischen Sprach­kritiker gestört hätte. Auch das macht ihr Vorbringen und ihre Motive unglaubwürdig.
  3. Frauen werden nicht durch grammatisch maskuline Bezeichnungen entweiblicht, wie auch Männer nicht entmännlicht werden, wenn man sie beispielsweise eine Person nennt.
  4. Der vorgebrachte Einwand, Frauen wären nur mitgemeint[2], ist nicht stichhaltig, weil im Generischen Maskulinum auch Männer nur mitgemeint sind.
  5. Weibliche Formen wie beispielsweise Professorinnen sind letztlich auch nur Generika, in der die einzelne Frau auch nur mitgemeint ist.

Insgesamt hat die feministische Sprachkritik wenig Substanz, so wie diese auch bei der Lohndiskriminierungslüge, wo die wortreich immer wiederholte Behauptung den konkreten Beleg ersetzen muss, die gesamte Frauenforschung und Gender-Wissenschaft ingesamt sehr substanzlos sind und in denen, wie in einem Theater, immer die gleichen zwei Stücke zur Aufführung kommen: "Die Frau ist das Opfer" und "Der Mann ist der Täter".

Anwendung des generischen Maskulinums

Das generische Maskulinum wird laut dem Duden[wp] traditionell dann gewählt, "wenn das natürliche Geschlecht unwichtig ist oder männliche und weibliche Personen gleichermaßen gemeint sind. Das Maskulinum ist hier neutralisierend bzw. verallgemeinernd ('generisch')."[3] Da das Maskulinum neben seiner generischen Funktion auch spezifisch (also ausschließlich für Männer) verwendet werden kann, hängt es ohne explizite Hinweise von der jeweiligen gesellschaftlichen Situation und vom Einzelnen ab, ob das andere Geschlecht eingeschlossen wird.

Beispiele für die verschiedenen Varianten des Generischen Maskulinums im Deutschen
Variante 1 - Inklusion
Frauen sind mitgemeint.
Variante 1a - Pluralinklusion
Die Rede ist von Gruppen, zu denen (vermutlich) auch weibliche Personen gehören.
Die Wanderer gingen den Berg hinauf.
Variante 1b - Singularinklusion
Die Rede ist nicht von einem bestimmten realen Mann, sondern von einer imaginierten Person als Träger einer Rolle oder von Eigenschaften und ohne Hinweis auf deren Geschlecht; es liegt ein generalisierender Singular[wp] vor.
Ein Feuerwehrmann hat keine Angst vor dem Feuer. - Geistig sind Frauen im Begriff der Feuerwehrleute dann eingeschlossen, wenn man einen weiblichen Feuerwehrmann für möglich hält.
Der Deutsche gilt als fleißig.
Variante 2 - Exklusion
Eindeutig (ausschließlich) weibliche Personen werden mit grammatisch maskulinen Bezeichnungen bezeichnet.
Variante 2a - Singularexklusion
Die Rede ist von einer einzelnen weiblichen Person.
Sie ist unser bester Ingenieur.
Variante 2b - Pluralexklusion
Die Rede ist von mehreren weiblichen Personen; Zusatz­information bei Benutzung des generischen Maskulinums: Es treten auch keine männlichen Sänger mehr auf.
Die letzten Sänger, die auftraten, waren Lisa und Anna.
Variante 2c
feststehende Redewendung, die - anders als Variante 2a - nicht moviert werden kann, wenn sie auf eine Frau oder auf Frauen bezogen wird.
Die Bundeskanzlerin wurde der Lage Herr.

Gelegentlich werden auf Menschen auch generische Feminina (die Person, die Fachkraft, die Geisel, die Waise) und generische Neutra (das Opfer, das Kind, das Mitglied, das Lebewesen) angewandt. Zur Kategorie der generischen Neutra gehören alle Verkleinerungs­formen, sofern sie als solche erkannt und empfunden werden (das Männchen, das Schneiderlein, das Hänschen, das Lieschen).

Es kommt in der deutschen Sprache und in den meisten Sprachen, die über mindestens zwei Genera verfügen, relativ häufig vor, dass das Genus[wp] (das grammatikalische Geschlecht) einer Personen­bezeichnung vom Sexus[wp] (dem biologischen Geschlecht) der bezeichneten Person abweicht. Bei Menschen wird im Deutschen das generische Maskulinum häufiger als das generische Femininum und das generische Neutrum benutzt (z. B. bei so gut wie allen Berufs­bezeichnungen und Nomina agentis[wp]).

Auch für die Bezeichnung von Tieren gibt es in der deutschen Sprache neben generischen Maskulina (der Hund, der Löwe) sowohl generische Feminina (die Gans, die Katze) als auch generische Neutra (das Pferd, das Nashorn).

Die Bezeichnung generisches Maskulinum ist nicht auf Gegenstände (der Tisch) und Abstrakta (der Ruhm) anwendbar, weil es in diesen Fällen keinen Konflikt zwischen dem Genus des Wortes (des sprachlichen Zeichens) und dem Sexus des Bezeichneten geben kann.

Das Strafgesetzbuch und andere Gesetzestexte verwenden das generische Maskulinum. Ministerinnen gelten im Sinne des Gesetzes als Minister und Mörderinnen als Mörder.[4]

Genus und Sexus

Genus in Sprachen
Deutsch Spanisch
Mond der Mond
(männlich)
la luna
(weiblich)
Sonne die Sonne
(weiblich)
el sol
(männlich)
Schwertwal der Schwertwal
(männlich)
la orca
(weiblich)
Katze die Katze
(weiblich)
el gato
(männlich)

Das Genus eines Wortes ist in verschiedenen Sprachen auch unterschiedlich. Ist das Genus eines Wortes in einer Sprache feminin, so ist es in einer anderen Sprache maskulin, was hier an den Beispielen Mond und Sonne, sowie Wal und Katze in den Sprachen Deutsch und Spanisch gezeigt wird.

Dass Genus und Sexus nichts miteinander gemein haben, ergibt sich schon daraus, dass nicht alle Hunde (generisches Maskulinum) männlich und nicht alle Katzen (generisches Femininum) weiblich sind. "Sachen" sind Pferde (generisches Neutrum) allenfalls für Juristen und Ökonomen. Auch bei Lebewesen gebe es also chaotische Verhältnisse bei der Zuordnung von Oberbegriffen zu Genera. Folglich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn auch Frauen mit ein Arzt und Männer mit eine Person bezeichnet werden. Frauen werden nicht durch grammatisch maskuline Bezeichnungen entweiblicht, wie auch Männer nicht entmännlicht werden, wenn man sie beispielsweise eine Geisel nennt.

Leistung der Generika

Bestimmte Inhalte lassen sich ausschließlich unter Verwendung der generischen Form ausdrücken. Dies würde das Beispiel Brühlmeiers verdeutlichen:[5] Der Satz Frauen sind die vernünftigeren Autofahrerinnen ergibt z. B. keinen Sinn, da ausnahmslos alle Autofahrerinnen Frauen sind. Es müsse daher heißen: Frauen sind die vernünftigeren Autofahrer. Für generische Feminina wie etwa "die Geisel" oder "die Waise" gibt es erst gar keine männlichen Varianten, so dass es überhaupt keine Alternative zur generischen Form gibt.

Die Leistung der generischen Formen (generisches Maskulinum, generisches Femininum und generisches Neutrum) besteht gerade darin, komplexe Sachverhalte einfach auszudrücken. Beispielhaft sind die Sätze "Mädchen sind die besseren Schüler" und "Bei uns ist der Kunde noch König."[6] Jeder Versuch, die beiden Aussagen in so genannte "geschlechter­gerechte Sprache" zu übersetzen, führt entweder zu Satz­ungetümen oder zu Tautologien[wp]: "Sie ist unser bester Ingenieur."[7] Hier wird deutlich, dass es weder einen weiblichen noch einen männlichen Ingenieur gibt, der besser sei als die Angesprochene. Würde von einer Ingenieurin gesprochen, so wäre dies missverständlich, da es die Möglichkeit eines fachlich besseren Ingenieurs - nämlich eines männlichen - offen ließe. Eine Doppelt­nennung oder ein Binnen-I kommt ebenfalls nicht in Betracht, da die Angesprochene nur ein natürliches Geschlecht hat.

Die Methode der Doppelformulierung (explizite Benennung beider Geschlechter) als Alternative zum generischen Maskulinum führt zu unpraktischen und unschönen Ergebnissen: Sie macht Texte lang und unübersichtlich und eignet sich mehr für politische Proklamationen und Festtagsreden als für sachliche Texte. Sie wirke zudem umständlich, verkomplizierend und überladen. Unabhängig davon, ob die explizite Beidnennung durch die Verwendung von Binnen-Is, Schrägstrichen oder die zusätzliche Verwendung auch der femininen Wortform erfolge, werde die Aufmerksamkeit für das natürliche Geschlecht der Bezeichneten verstärkt. Zusätzliche Informationen enthielten solche Ergänzungen selten. Gelegentlich störten sie das Verständnis des Gemeinten, vor allem dann, wenn beim flüchtigen Lesen das Binnen-I als i oder gar als kleines L wahrgenommen wird.[8]

Auch logisch kann eine splittende Ausdrucksweise Schwierigkeiten bereiten: So kann der Satz: Zwei Kolleginnen und Kollegen aus der Fraktion konnten an der Wahl leider nicht teilnehmen, auf keine Weise korrekt sein, gleich ob das Geschlecht der beiden bekannt ist oder nicht: Handelt es sich um zwei Frauen, ist die Nennung von Männern inkorrekt, und umgekehrt; handelt es sich um Personen verschiedenen Geschlechts, so ist die Nennung von Kolleginnen und Kollegen im Plural inkorrekt, weil es sich ja nur um genau eine Kollegin und einen Kollegen handelt. Bei zwei Personen unbekannten Geschlechts könnte durch Mehrfachformulierung korrekt also nur sehr komplex verwirklicht werden, etwa: Zwei Kolleginnen oder zwei Kollegen oder eine Kollegin und ein Kollege aus der Fraktion konnten an der Wahl nicht teilnehmen.

Bei der Verbindung zweier Funktions­bezeichnungen zu Komposita oder Doppel­formulierungen müsste etwa das Wort Schülervertreter in Schülerinnen- und Schüler-Vertreter sowie Schülerinnen- und Schüler-Vertreterinnen oder Schülerinnen- und Schüler­vertreterinnen und -vertreter umgeformt werden. Aus Der Minister­präsident oder sein Stellvertreter würde in der unabgekürzten offiziellen Fassung: Die Minister­präsidentin oder der Minister­präsident, ihre Stell­vertreterin oder ihr Stell­vertreter oder seine Stell­vertreterin oder sein Stell­vertreter (16 Wörter statt 5 Wörtern).

Andere Schwierigkeiten würden sich, insbesondere beim lauten Vorlesen, bei der Lesbarkeit von Texten ergeben: Ein(e) geeignete(r) Sprecher(in) musste den Textvortrag übernehmen.

Diese kurze Übersicht der Schwierigkeiten, die sich aus den Vorschlägen feministischer Sprach­vergewaltiger ergeben, macht unmittelbar einsichtig, warum diese ideologischen Sprachverirrungen keine Chance haben, in die lebendige Sprache übernommen zu werden. Andererseits wird daraus ersichtlich, welche Leistung in der Sprach­entwicklung die Einführung generischer Formen erbringt.

Fazit
  1. Die feministische Umgestaltung der Sprache würde einen Rückschritt auf eine Stufe vor der Entstehung generischer Formen bedeuten.
  2. Die lebendige Alltags­sprache verlangt eine einfache, sprach­ökonomisch sparsame Kommunikation, die Komplikationen und Verwirrungen möglichst vermeidet. Weil der Gendersprech aus diesen Gründen keinerlei Aussicht hat, in die Alltags­sprache übernommen zu werden, müsste dieser unmittelbar durch staatlichen Zwang durchgesetzt werden. Gesetzes- und Verwaltungs­sprache müssten Par Ordre Du Mufti verordnet und das Volk zur Verwendung dieser "Amtssprache" gezwungen werden, Kinder müssten in Schulen entprechend einer Umerziehung (Gehirnwäsche) unterzogen werden.

Für und Wider

Die Alternativvorschläge feministischer Sprachforscherinnen und Genderisten machen die Errungenschaften der Generika wieder zunichte. Sie wollen die Sprache in ein imaginiertes Goldenes Zeitalter zurückversetzen, in dem es (noch) keine Generika gab.

Feministische Opferinszenierung

Die mit den Alternativvorschlägen einhergehenden Verkomplizierungen (Binnen-I, Gender Gap, Doppel­benennung) stehen in keinem Verhältnis zu den propagierten Vorteilen. Die Begründungen reduzieren sich regelmäßig auf die Behauptungen, Frauen würden in der Sprache benachteiligt und "unsichtbar" gemacht. Diese Einwände werden gegen das generische Femininum (etwa die Person) nicht erhoben, womit sehr schnell deutlich wird, dass es sich bei der feministischen Sprachkritik nur wieder um eine der zahlreichen Inszenierungen der Frau als Opfer und Benachteiligte handelt.

Spaltung der Gesellschaft

Auf einer anderen Ebene handelt es sich um die Spaltung der Gesellschaft, die hier auf Sprachebene fest verankert werden soll, im Sinne der Herrschafts­maxime "Teile und herrsche"[wp]. Auf diese Weise lässt sich verstehen, warum dem Volk von oben herab eine neue Schreib- und Sprech­weise aufoktroyiert werden soll. Das Argument Geschlechtergerechtigkeit ist dabei als Hohlphrase nur vorgeschoben und soll Akzeptanz für eine orwellsche Sprach­vergewaltigung schaffen.

Politische Motive

In Politik und Kriminalistik hilft oft die Frage "Wem nützt es?", um über die Motive einer Tat aufzuklären.

Eine politische Agenda ist, mehr Frauen in Lohnarbeit zu bringen. Dazu werden eine Vielzahl von Quotenfrauen im Öffentlichen Dienst und in Pseudowissenschaften wie Frauen­wissenschaft und Gender Studies untergebracht. Zusammen mit dem Heer an Frauenbeauftragten in Frauenbüros müssen diese ihre Arbeitsstelle und erhaltenen Lohn rechtfertigen und produzieren dementsprechend "am Laufenden Band" Untersuchungen, Berichte, Expertisen, Empfehlungen und Studien. Die kommen natürlich alle zu demselben Ergebnis, dass Frauen unterdrückt und benachteiligt sind, was dann noch mehr Frauenquoten und Frauenförderung legitimieren soll. Auf diese Produktion "heißer Luft" einzugehen, lohnt nicht, weil es sich dabei um selbst­referentielles Arbeiten auf der Basis eines Zitierkartells handelt. In dem in sich geschlossenen Weltbild der immer und überall, sowie jederzeit unterdrückten und benachteiligten Frau ist keine Widerlegung möglich, weil die Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen sowohl Axiom als auch Ergebnis ist.

Eine weitere politische Agenda ist die Etablierung des Gender Mainstreaming, welches ein Regierungs­programm zur Umgestaltung der Gesellschaft an ihren Grundfesten ist und das auf der Sprachebene abgesichert werden soll.

Sprache als politisches Instrument

Die Sprache ist hier politisches Instrument für obrigkeit­staatliches Handeln. Da aber die Obrigkeit ihre Ziele nicht offenlegt - die weit überwiegende Zahl der Bürger weiß nichts davon, was Gender Mainstreaming ist und was das bezwecken soll - werden in Kritiken Vergleiche zu Orwells Parteien­staat und dem Orwellschen Neusprech gezogen.[7][9]

Frauenidealisierung

Die Frauenidealisierung des Feminismus findet sich auch in der Praxis wieder, dass auf die Erwähnung der Frauen gerade in negativ bewerteten Kontexten verzichtet wird. In aller Regel wird bei der Beschreibung von Situationen, in denen das Handeln der Beteiligten abgelehnt wird (und werden soll), auch von Gegnern des generischen Maskulinums darauf verzichtet, Formulierungen zu benutzen, bei denen "Frauen sichtbar gemacht und an erster Stelle erwähnt werden" (Beispiel für eine kaum benutzte Formulierungs­möglichkeit: Randaliererinnen und Randalierer lieferten sich eine Straßen­schlacht mit der Polizei), und zwar auch dann, wenn nachweislich Frauen beteiligt sind. Auch wenn eindeutig ist, dass eine Frau einen Mord begangen hat, wird so gut wie nie von Mörderin gesprochen. Selbst wenn es sich um eine Kindsmörderin handelt, wird meist eine Formulierung gewählt, welche die Täterin als Opfer (der Umstände) erscheinen lässt.

Argumente gegen das generische Maskulinum

Das lähmende Gift feministischer Pseudo­wissen­schaftlich­keit dringt immer tiefer in alle Ritzen der Gesellschaft ein. So heißt es beispielsweise in der Ausgabe des Grammatik-Dudens von 1998: "Besonders bei Berufs­bezeichnungen und Substantiven, die den Träger bzw. die Trägerin eines Geschehens bezeichnen (Nomina Agentis), wird die Verwendung des generischen Maskulinums immer mehr abgelehnt."[10]

Die Psycholinguistik und die Kognitions­psychologie beschäftigen sich mit der Frage, ob generische Maskulina geschlechts­neutral oder geschlechts­spezifisch interpretiert werden. Man will in wissen­schaftlichen Untersuchungen festgestellt haben, dass bei der "kognitiven Verarbeitung des generischen Maskulinums" die "sprachliche Konvention nicht geschlechts­neutral rezipiert" wird.[11] Die Tatsache, dass man beim Begriff "Familien­ernährer" eher an Männer als an Frauen denkt, könnte aber auch daran liegen, wieviele männliche und wieviele weibliche Familien­ernährer man im wirklichen Lebensumfeld kennt und weniger am grammatikalischen Geschlecht des Wortes "Familien­ernährer".

Man muss nur vom unhinterfragbaren Axiom, das Frauen immer benachteiligt sind, ausgehen und dann erhält man auch die gewünschten Ergebnisse. Man muss jedes Untersuchungs­ergebnis nur durch das feministische Denkraster ziehen, damit anderslautende Erklärungsansätze von vornherein ausgeschlossen sind.

Es ist nicht wissenschaftlich, sondern willkürlich zu behaupten, generische Maskulina seien für "einen geringeren gedanklichen Einbezug und Benachteiligung von Frauen" verantwortlich zu machen. Denn wäre der Erklärungsansatz richtig, müsste sich in der anderen Richtung auch bei der Verwendung der generischen Feminina "Person" und "Führungskraft" ein "geringerer gedanklicher Einbezug und Benachteiligung von Männern" nachweisen lassen.

Der Sprachwissenschaftler Josef Klein[wp] führte 1988 Befragungstests mit Lückentexten durch. Dabei sollen die Versuchs­teilnehmenden generisch maskuline Personen­bezeichnungen deutlich stärker auf Männer als auf Frauen bezogen haben. Laut Klein sei "die Benachteiligung der Frau durch das generische Maskulinum also keine feministische Schimäre, sondern psycho­linguistische Realität".[12] Ob auch eine Benachteiligung des Mannes durch das generische Femininum gegeben sei, hat Herr Klein gar nicht erst untersucht. Und weil diese Wissenschaftler wissen, was ihre Auftraggeber als Ergebnis wünschen, werden eine Vielzahl von Studien durchgeführt, die alle zu ähnlichen Ergebnissen kommen, weil man andersfalls ja keine Folgeaufträge mehr bekäme. Solche "Auftragsforschung" mit bestelltem Ergebnis ist natürlich wertlos.

Diese Ergebnisse will man auch im Englischen gefunden haben. So soll das Personal­pronomen he, geschlechts­neutral verwendet, im Vergleich zu she/he und they zu einer mentalen Überrepräsentation von Männern geführt haben.[13][14][15][16]

Es wird der Vorwurf des Androzentrismus erhoben. Das maskuline grammatische Geschlecht werde im Sprachgebrauch als die Norm dargestellt und die femininen Formen als die Abweichung. Gisela Schoenthal konstruiert daraus eine positive Bewertung der (männlichen) Norm und eine negative der Abweichung (des Weiblichen).[17][18] Die alternative Interpretations­möglichkeit, dass den Frauen mit einer separaten weiblichen Form im Gegensatz zu den Männern eine Extrawurst gebraten wird, wird gar nicht erst in Betracht gezogen.

Im Englischen sei das generische Pronomen he erst ab dem Ende des 18. Jahrhunderts von der normativen Grammatik[wp] vorgeschrieben worden. Von alters her sei das anaphorische[wp] Pronomen they wie etwa in dem Satz "Anyone can do it if they try" üblich gewesen. Generische Maskulina sollen nicht auf natürlichem Wege, sondern als Ergebnis von Bestrebungen verschiedener Grammatiker und normativen Eingriffen in die Sprache zugunsten der grammatisch männlichen Form entstanden sein. 1850 sei schließlich per Gesetz offiziell he als einzig gültige anaphorische Form festgeschrieben worden.[19][20]

Wenn dem so gewesen sein sollte, dann lässt das zunächst einmal den Schluss zu, dass solche normativen Eingriffe in die Sprache von oben per Gesetz falsch sind. Die Frage, wie dann die generischen Feminina in der deutschen Sprache entstanden sind, wird damit nicht geklärt. Oder soll unterschwellig angedeutet werden, die generischen Feminina seien "nicht auf natürlichem Wege, sondern als Ergebnis von Bestrebungen verschiedener Grammatiker und normativen Eingriffen in die Sprache zugunsten der grammatisch weiblichen Form entstanden"? Auffallend ist, dass bezüglich normativer Eingriffe in die Sprache zugunsten feministischer Sprachwelten wenig oder gar keine Bedenken geäußert werden, und an dem damit verbundenen Gynozentrismus[wp] scheint sich auch niemand zu stören.

Auch diese auffallende Schräglage in der Wahrnehmung lässt Zweifel an neutraler Wissen­schaftlich­keit zu. Überhaupt ist zweifelhaft, dass durch Sprachpolitik von oben so eine Bewertungs­verschiebung funktioniert, die der Begriff Euphemismus-Tretmühle beschreibt. Sie besagt, dass jeder Euphemismus[wp] irgendwann die negative Konnotation seines Vorgänger­ausdrucks annehmen wird, solange sich die Realität nicht verändert. Dies trifft dann auch auf die Wörter "Frau" und "Weib" zu. Nachdem ursprünglich Frau eine hochstehende Frau bezeichnete, nahm der Begriff in dem Moment dieselbe Bedeutung wie Weib an, als alle weiblichen Personen unterschiedslos mit Frau angesprochen wurden. Dasselbe dürfte im Englischen mit den Pronomen they und he passiert sein. Es macht also gar keinen Sinn, mit Sprachpolitik etwas ändern zu wollen, was in der Wirklichkeit nicht seine Entsprechung findet.

Es gibt wunderschöne Stilblüten, wie dieses Beispiel, welches aus Wikipedia aus dem gleichnamigen Artikel entnommen ist:

"Eine gängige Strategie von Frauen, die bislang männlich dominierte Tätigkeiten eroberten, sei es bis in die 1980er Jahre gewesen, sich selbst mit maskulinen Bezeichnungen zu nennen (z. B. als Ingenieur), um in der Fachwelt Anerkennung zu finden (als Fachkraft, nicht als Frau)."

Es werden hintereinander das generische Maskulinum der Ingenieur und das generische Femininum die Fachkraft verwendet. An dem ersten wird Anstoß genommen, am zweiten nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass der Schreiber (generisches Maskulinum!) der Zeile überhaupt nicht erfasst, was er da schreibt. Um Unsinn zu entlarven, ist es häufig sinnvoll, den Kunstgriff der Spiegelung zu verwenden:

"Eine gängige Strategie von Männern, die bislang weiblich dominierte Tätigkeiten eroberten, sei es bis in die 2010er Jahre gewesen, sich selbst mit femininen Bezeichnungen zu nennen (z. B. als Kompetenzlerin), um in der Fachwelt Anerkennung zu finden (als Entscheidungs­träger, nicht als Mann)."

Da schreibt jemand seine Vorurteile nieder und versucht daraus eine Benachteiligung von Frauen zu abstrahieren, die nur in seinen Vorurteilen existiert. Der Schreiber (generisches Maskulinum!) fährt fort

"Die 'zu starke' Betonung des weiblichen Elements durch Benutzung der Endung -in wurde lange Zeit als nicht zielführend (im Sinne der Emanzipation der Frauen) empfunden, zumal eine besondere Markierung von Frauen die Konnotation[wp] fördere, Männer seien der Normalfall und Frauen der Sonderfall. Spätestens mit dem Einsetzen der feministischen Sprachkritik[wp] sei diese Strategie jedoch aufgegeben worden. Jetzt gelte es, die mit der Endung -in verbundenen negativen Konnotationen zu verändern, indem im Zusammenhang mit dem Reden über Frauen Positives kommuniziert werde."[21]

Der Leser solcher Zeilen bleibt ratlos zurück. Irgendwie sollen Frauen benachteiligt sein, weil sie zwischen der Verwendung eines generischen Maskulinums und einer weiblichen Form wählen können. So etwas nennt man wohl ein Luxusproblem. Für Männer gibt es solche Luxusprobleme nicht, für das generische Femininum Person gibt es gar keine männliche Form.


Eine andere Reihe von englischsprachigen Studien beschäftigte sich mit generischen Maskulina in Stellen­beschreibungen. In einer Studie lasen Versuchs­teilnehmende Stellen­angebote, in denen neutrale, feminine und maskuline Pronomen und Berufs­bezeichnungen verwendet wurden. Frauen waren deutlich weniger bereit, sich für den Job zu bewerben, wenn die Stellen­beschreibung in der maskulinen Form verfasst war. Auch Männer zeigten weniger Interesse an dem Job, wenn das Stellenangebot feminine Pronomen und Berufs­bezeichnungen benutzte. Da allerdings nur die männliche Form generisch verwendet wird, deutet das Ergebnis der Studie darauf hin, dass Frauen sich von Stellenangeboten, die generische Maskulina verwenden, weniger angesprochen fühlen und deshalb von einer Bewerbung absehen.[22]

Die Frage ist nun, was daraus geschlossen wird. Geht man vom Axiom weiblicher Benachteiligung aus, ist die Sache von vornherein klar. Es könnten sich doch nun Frauen gerade besonders für Stellenbeschreibungen interessieren, die in der maskulinen Form verfasst waren, weil ihnen das die Gelegenheit böte zu zeigen, dass sie alles ganz genauso gut können wie Männer. Die Tatsache, dass Frauen deutlich weniger bereit waren, sich für diese Job zu bewerben, könnte man aber auch so interpretieren, dass sie den Wettbewerb mit Männern scheuen, ja, dass sie sich dem Leistungs­prinzip nicht stellen wollen. Aber dieses Erklärungsmuster würde ja dem Axiom, dass Frauen alles genauso gut und sogar besser als Männer können und überall benachteiligt sind, widersprechen und muss deshalb von vornherein ausscheiden. Mit anderen Worten, in diesen Untersuchungen sieht man nur das, was man sehen will, und das ist willkürlich und nicht wissenschaftlich.

Das generische Maskulinum als Scheinargument

Im Bereich der Rechtsgeschichte gab es eine Vielzahl von Aus­einander­setzungen um die Interpretation von generischen Formen. Beliebt ist die feministische Interpretation, wonach das Wahlrecht den Schweizerinnen bis 1971 vorenthalten wurde, weil im Gesetz von Schweizern und nicht von Schweizerinnen die Rede war. Nun ist die Tatsache die, dass in der Schweizerischen Bundes­verfassung von 1848 das Wahlrecht vielfach an den aktiven Wehrdienst gekoppelt war. In vielen Kantonen (die eigene Verfassungen haben und das Stimmrecht regeln) galt deshalb, wer den Artikel 18 BV Jeder Schweizer ist wehrpflichtig nicht erfüllte, war vom Aktiv­bürger­recht ausgeschlossen. Mit anderen Worten, das Wahlrecht folgte in der Schweiz dem Prinzip, dass wahlfähig nur derjenige war, wer auch wehrfähig ist. Als nicht wehrfähig galten Kinder, Ausländer ... und Frauen. Nun hätten sich die Frauen in der Schweiz ja auf den Standpunkt stellen können, dass auch sie wehrfähig sind. Aber die Frauen wollten eben kein Wahlrecht (Wahlrecht mit Wehrpflicht), sondern Frauenwahlrecht (das ist Wahlrecht ohne Wehrpflicht). Das feministische Erklärungs­muster sieht den Grund für das fehlende Frauen­stimm­recht nicht etwa darin, dass Frauen die Wehrpflicht nicht akzeptieren wollten, sondern darin, dass sie im Gesetzestext nicht explizit genannt wurden. In Verdrehung der Zusammenhänge wird das generische Maskulinum als Ursache benannt, die allerdings ganz woanders liegt. Das argumentative Grundmuster des Feminismus ist eben die Inszenierung der Frau als Opfer: "Wenn man nun behauptet, dass der Begriff auch die Schweizer Frauen in sich schliessen sollte, so überschreitet man die Grenzen der zulässigen Interpretation und begeht damit einen Akt, der dem Sinne der Verfassung widerspricht... Die Beschränkung des Stimmrechts auf die männlichen Schweizer Bürger ist ein fundamentaler Grundsatz des eidgenössischen öffentlichen Rechts."[23][24]

Es finden sich zwar viele Beispiele dafür, dass Frauen der Zugang zu Ausbildung und Berufen verwehrt wurden. Die Ursachen dafür lagen aber nicht in der Sprache und nicht im generischen Maskulinum. Eine solche Argumentation ist absurd, weil auch das generische Femininum "Amtsperson" Männer nicht davon abhielt, eine solche zu werden. Vielmehr ist der Grund darin zu suchen, dass viele Ausbildungen sehr kostenintensiv sind und Männern diese Ausbildungen und Berufswege nur unter der Bedingung offenstanden, dass sie diese Berufe auch zeitlebens ausübten. Als Familien­ernährer blieb ihnen ja auch nichts anderes übrig. Für Frauen ist Berufstätigkeit aber nur eine Option, die sie wählen, aber auch wieder jederzeit fallen lassen können. In einer Zeit, in der etwa eine universitäre Ausbildung Luxus war, war das nicht hinnehmbar. Die Beschränkungen für Frauen ergaben sich also nicht, weil sie als Frauen benachteiligt wurden oder sprachlich ungenügend "sichtbar" waren, sondern liegen wie beim Frauenwahlrecht darin begründet, dass Frauen nicht bereit sind, die Bedingungen zu erfüllen, die auch an Männer gestellt werden. Sie wollen Wahlrecht ohne Wehrpflicht und sie wollen Zugang zu Berufen (und gleiches Einkommen) ohne Arbeitspflicht.

Feministische Sprachwissenschaftler bringen nun das Kunststück fertig zu behaupten, die Beschränkungen von Frauen wären sprachlich bedingt, verantwortlich sei eine angeblich "männliche" Sprache, die Frauen unsichtbar mache und sie benachteilige. Diese Pseudo­wissen­schaftlerinnen versuchen an der Universität Leipzig gerade das von ihnen behauptete Problem dadurch zu lösen, indem sie alle männlichen Professoren von nun an "Professorinnen" nennen.

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Akzeptanz gendersensitiver Formulierungen

Eichhoff-Cyrus[wp] und Dietrich untersuchten 1997 in einer Meinungs­umfrage die Akzeptanz für bestimmte Formen von Formulierungen in Gesetzes­texten. Dabei stellten sie fest, dass 42 % der über 700 Befragten neutrale Formulierungen, 37 % die Beidnennung und 19 % das generische Maskulinum präferierten.[25] Im Kontext von Rechts­texten untersuchten auch Steiger und Irmen 2007 die Akzeptanz für generisch maskuline, geschlechter­indifferente sowie Beidnennungen. Die Ergebnisse zeigen eine breite Akzeptanz geschlechter­indifferenter Bezeichnungs­formen, die als geschlechtergerechter als die beiden anderen Alternativen beurteilt wurden.[26]

Eine englischsprachige Untersuchung ergab zudem, dass die geringe Akzeptanz für generische Maskulina die Einschätzung von Personen, die generisch maskuline Formulierungen verwenden, negativ beeinflusst. Die Versuchsteilnehmenden lasen Transkripte einer Beratungssitzung, in welcher Berater entweder das generische he oder die inklusive Formulierung she or he verwendeten. Die Teilnehmenden schätzen die Berater, die generisch maskuline Formen nutzen, als sexistischer ein und waren zudem alle weniger bereit, diese Berater aufzusuchen.[27]

Verfehlung der kommunikativen Absicht und Uneindeutigkeit

Kinder lernen im Zuge des Spracherwerbs erst relativ spät, ein generisches Maskulinum als geschlechts­neutral zu verstehen. Das generische Maskulinum erfordert eine "Geschlechts­abstraktion" in dem Sinne, dass der Hörer oder Leser vom natürlichen Geschlecht einer konkreten Person absehen muss.[21] Studien im englischsprachigen Raum ergaben, dass ein Großteil von Erst­klässlern und Dritt­klässlern generische Maskulina nicht versteht und stattdessen das grammatische Geschlecht mit dem biologischen Geschlecht gleichsetzt.[28][29][30][31] Einige Fünftklässler interpretieren und verwenden Pronomen generisch, ihr Verständnis ist allerdings unzuverlässig und wird von den Vorstellungen des Kindes über die Welt und Stereotypen beeinflusst.[32] Auch wenig gebildete oder kognitiv beeinträchtigte Menschen verstehen generische Maskulina nicht. Das Gebot der Barrierefreiheit[wp] mache es erforderlich, allgemeinverständliche Formulierungen zu benutzen.

Darüber hinaus setze jemand, der ein generisches Maskulinum benutze, die Bereitschaft von Leserinnen oder Hörerinnen voraus, dass bei Bezeichnungen, mit denen sie bezeichnet werden, von ihrem natürlichen Geschlecht abgesehen werde; diese Akzeptanz sei nicht unbedingt gegeben. In solchen Fällen komme es oft zu vermeidbaren Störungen der Kommunikation auf der Beziehungsebene. Unter Berücksichtigung der Aspekte Sprach­ökonomie und Ästhetik urteilt Nicola Döring: "Wer es mit der Lesbarkeit von Texten im Sinne eines verständigungs­orientierten Kommunikations­begriffes ernst meint, darf also nicht nur die Sprach­ökonomie bemühen. Denn was nutzt eine kurze und bündige Formulierung, wenn sie am Ende falsch verstanden wird oder anderweitige Rezeptions­probleme aufwirft?"[33]

Da das generische Maskulinum die gleiche Form hat[wp] wie das spezifische Maskulinum (d. h. die Bezeichnung für eine männliche Person oder eine Gruppe ausschließlich männlicher Personen), wird bei Benutzung des generischen Maskulinums nicht ausdrücklich übermittelt, ob weibliche Personen wirklich mitgemeint sind. Hinzu kommt, dass der Kontext häufig erst sehr spät eine Disambiguierung[wp] erlaubt.[1] Vor allem in Texten zu historischen Begebenheiten ist unklar, ob sich etwa keltische Krieger oder Priester nur auf Männer (spezifisches Maskulinum) oder auf Frauen und Männer (generisches Maskulinum) beziehen. Durch diese Ungenauigkeit im Ausdruck wird das Text­verständnis erschwert.

Kritik richtet sich auch gegen generisch maskuline Pronomen[wp], die in bestimmten Kontexten nicht korrekt referieren, weil sie eher geschlechts­spezifisch als geschlechts­neutral wahrgenommen werden. Aufgrund der Kongruenzregel[wp] im Deutschen, die u. a. Interrogativpronomen[wp] betrifft, müssen Sätze wie "Wer hat seinen Lippenstift im Bad vergessen" gebildet werden. Auch Indefinitpronomen[wp] sind davon betroffen, sodass Aussagen wie "Die Menstruation ist bei jedem ein bisschen anders" entstehen.[1][34]

Der Satz "Zur Verweigerung des Zeugnisses sind berechtigt 1. der Verlobte des Beschuldigten oder [...] 2. der Ehegatte des Beschuldigten [...]" (§ 52[ext] der deutschen Strafprozess­ordnung) sei ein Beispiel für die Verwirrung, die das generische Maskulinum auslösen könne.[4]

Neuere Forderungen und Empfehlungen

Psychologin Lisa Irmen empfiehlt als Alternativen zum generischen Maskulinum die Beidnennung (z. B. "Kollegen und Kolleginnen"), genus­unmarkierte bzw. geschlechts­neutrale Formen (z. B. "Studierende, Angestellte, Lehrkraft, Kollegium") sowie die Vermeidung der Zuspitzung auf eine Personen­bezeichnung (z. B. "Wir wünschen allen Mitarbeitern...; Wir wünschen (Ihnen) allen..."). Demgegenüber funktionieren Fußnoten mit dem Hinweis, dass generische Maskulina auch Frauen einschließen, nicht geschlechts­neutral. Auch das Versalien-I (z. B. "StudentInnen") ist keine geschlechts­neutrale Alternative, da es eher wie ein Femininum verarbeitet wird.[35] Generell ist ein Trend weg von Splitting­formen hin zu unmarkierten Formen (Beispiel: Autofahrende statt Autofahrer)[36] erkennbar, durch die nicht nur Frauen, sondern auch Männer "sprachlich unsichtbar gemacht" würden. Allerdings führen solche unmarkierten Formen dazu, dass an Frauen seltener gedacht wird als bei Verwendung des generischen Maskulinums.[37]

Die ETH Zürich empfiehlt in der achten ihrer 12 Sprachregeln: "Wenn Sie einen Text zuerst in der männlichen Form erarbeiten und die weibliche Form erst nachträglich ergänzen, wirkt dies meist langweilig, aufgesetzt und schwerfällig." Man solle also nicht mit dem Satz "Die Teilnehmer des Seminars sind berechtigt, die Software zu benutzen" beginnen und ihn in "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars sind berechtigt, die Software zu benutzen" umformulieren, sondern gleich "Die Teilnahme am Seminar berechtigt zur Benutzung der Software" schreiben.[38]

Das Goethe-Institut[wp] empfiehlt Kreativität, um einerseits "eine gute gender­gerechte Sprache" zu erreichen und um andererseits zu vermeiden, dass "gender­groteske Sprach­irrungen" entstehen, die zur "eigenen Karikatur" werden und den Sprachfluss zerstören.[39]

Behördeninterne Weisungen

Bundesebene in Deutschland

Das deutsche Frauenministerium interpretiert § 1[ext] Abs. 1 des Bundes­gleich­stellungs­gesetzes[wp] von 2001[40] dahingehend, dass die Beschäftigten der obersten Bundesbehörden verpflichtet seien, der "sprachliche[n] Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Bundes sowie im dienstlichen Schriftverkehr" Rechnung zu tragen und "geschlechter­gerecht zu formulieren". Es sei zwar "erkennbar, dass nach wie vor Akzeptanz­probleme insbesondere bei der geforderten weitgehenden Vermeidung des generischen Maskulinums bestehen", entsprechende Vorbehalte zu überwinden sei aber Dienstpflicht aller Beschäftigten der obersten Bundes­behörden.[41]

Verbot der Verwendung des generischen Maskulinums in Kiel

In der Stadt Kiel gibt es ein Verbot, im Dienstgebrauch das Generische Maskulinum zu benutzen: Es gilt dort heute "für die Verwaltung eine Schreib­anweisung aus dem Jahr 2003. Sie verlangt, dass beide Geschlechter explizit genannt oder neutralisierende Formen benutzt werden; das große I ist dagegen nicht zugelassen. Eindeutig ist, dass in Texten der Landeshauptstadt Kiel das Maskulinum nicht mehr vorkommen darf, wenn beide Geschlechter gemeint sind oder sein könnten."[42]

Anwendung alternativer Formulierungen

Doppelnennung und Partizipien

Als Alternativen zum generischen Maskulinum finden unter anderem Doppel­nennungen (Schülerinnen und Schüler) und aus Partizipien gebildete Nomina (Lernende) Anwendung.

Die linke Schweizer Wochenzeitung WOZ und teilweise auch die Berliner Tageszeitung taz verwenden in ihren Beiträgen die abgekürzte alternative Schreibweise mit dem Binnen-I (LehrerInnen, Sozial­pädagogInnen, Ministerial­rätInnen usw.). Das Binnen-I stößt überwiegend auf gesellschaftliche Ablehnung: Die Verwendung des Binnen-I bzw. großen I im Wortinnern entspricht nicht den Recht­schreib­regeln; es trenne den geschriebenen vom gesprochenen Text; auch der Ursprung dieser Schreibweise aus der links-alternativen Szene wirkt auf manche abschreckend. Dadurch, dass in vielen Fällen die maskuline Form im Wort nicht mehr erkennbar ist, handle es sich eher um ein verstecktes generisches Femininum, zumal dann, wenn z. B. das Wort BürgerInnen beim Vorlesen eines nicht selbst verfassten Textes als Bürgerinnen und nicht als Bürgerinnen und Bürger ausgesprochen werde; bisweilen wird in solchen Fällen durch einen Glottisschlag[wp] vor dem Binnen-I auch lautlich zwischen 'BürgerInnen (/'bʏrgerʔinen/ ) und Bürgerinnen (/'bʏrgerinen/ ) unterschieden - diese unübliche Aussprache lasse auf einen femininen Bias schließen. Nicht zuletzt sei die ungewohnte Verwendung von Großbuchstaben innerhalb von Wörtern ästhetisch problematisch. In Überschriften, die ausschließlich aus Großbuchstaben bestehen, ist ein Binnen-I nicht mehr als solches erkennbar - es wird zum generischen Femininum.

Juristisch normierte Sprache

In der Regel sind in normativen Texten mit grammatikalisch männlichen Bezeichnungen weibliche Personen mitgemeint. Das vom Bundes­ministerium der Justiz herausgegebene Handbuch der Rechts­förmlichkeit (2008)[43] (Abschnitt 1.8, Sprachliche Gleich­behandlung von Frauen und Männern[44]) empfiehlt, in juristischen Texten Frauen direkt anzusprechen und sichtbar zu machen (§ 111). Darunter dürfe aber die Verständlichkeit der Texte nicht leiden. Rechts­verbindliche Texte dürften keine Schrägstriche enthalten und müssten problemlos vorlesbar sein, was die Benutzung des Binnen-Is ausschließe (§ 115). Die Autoren des Handbuchs empfehlen ausdrücklich geschlechts­neutrale Personen­bezeichnungen, kreative Umformulierungen (§ 117) und Doppel­bezeichnungen (§ 114). Letztere sollten allerdings nicht zu häufig benutzt werden (§ 118). Spezifische Maskulina müssten ausdrücklich als solche gekennzeichnet werden (§ 120).

Den Geist des Handbuchs vorwegnehmend heißt es z. B. in § 5a Abs. 7 der Nieder­sächsischen Gemeinde­ordnung:[45] "Die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister hat die Gleich­stellungs­beauftragte in allen Angelegenheiten, die ihren Aufgabenbereich berühren, rechtzeitig zu beteiligen und ihr die erforderlichen Auskünfte zu erteilen." Durch die Formulierung wird unmissverständlich verdeutlicht, dass das Amt des Bürgermeisters von Frauen und Männern ausgeübt werden kann, das der Gleichstellungsbeauftragten aber nur von Frauen.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz[wp] (JVEG).

Bis zum 18. August 2006 schrieb in Deutschland § 611b des Bürgerlichen Gesetzbuches vor, dass in der Regel Arbeits­platz­ausschreibungen so formuliert werden müssen, dass kein Anschein einer Diskriminierung entsteht. Diese Norm wird seitdem durch das Allgemeine Gleich­behandlungs­gesetz vorgegeben. Bei Stellen­aus­schreibungen kommen aus Platzgründen meist die Kurzformen zum Zuge (z. B. Lehrer/-innen). Alternativ wird auch die Form Zerspanungs­mechaniker (m/w) verwendet. Verstöße gegen diese Norm können Schadens­ersatz­ansprüche begründen.

Empfehlungen des Dudens

Die Redaktion des Dudens empfiehlt in ihrer Zeitschrift Sprachspiegel,[46] in bestimmten Fällen das generische Maskulinum in seine geschlechts­spezifischen Formen aufzulösen. Das gelte insbesondere bei der direkten Ansprache (Bürgerinnen und Bürger) oder in Formularen. Die Duden-Redaktion erklärt das generische Maskulinum nicht für abgeschafft, erkennt aber an, dass eine "Breiten­wirkung der feministischen Sprachkritik" eingesetzt habe, und beim Verfassen vieler Texte niemand mehr um die "Frage der angemessenen sprachlichen Berücksichtigung von Frauen" herumkäme. Gemäß Duden Band 9 (Richtiges und gutes Deutsch) ist das "große I" rechtschreibwidrig. Der Band gibt jedoch Hilfe­stellungen zur alternativen Formulierung (Splitting).

Die Dudenredaktion formuliert folgende Empfehlungen für den Fall, dass alternativ formuliert werden soll:

  • Doppelnennung: Lehrerinnen und Lehrer
  • Bei Bedarf nach Verkürzung eine dieser beiden Kurzschreibweisen:
    • Schrägstrich: Mitarbeiter/-in. Die Schrägstrich-Schreibweise ist nur zusammen mit dem Bindestrich korrekt. Sie ist nur in solchen Fällen korrekt, bei denen die feminine Form nur durch Hinzufügen von Buchstaben an die maskuline Form am Wortende gebildet wird, also nicht bei Kollege/Kollegin und auch nicht bei Arzt/Ärztin, weil hier ein Umlaut gebildet wird.
    • Klammerbenutzung: Sie ist im Gegensatz zur Schrägstrich-Variante auch dann möglich, wenn zur Bildung des Femininum Buchstaben im Wortinneren hinzugefügt werden: Kolleg(inn)en.
Falls sich im Wortinnern Buchstaben ändern, also z. B. bei Ärztin/Arzt, ist keine dieser beiden Kurz­schreib­weisen korrekterweise möglich.
Bei Umformulierung eines Satzes in den Plural bieten sich oft Möglichkeiten, eine Kurz­schreib­weise zu benutzen, die sich im Singular nicht oder nicht so einfach bietet: Den Satz Jeder Autofahrer kennt dieses Problem kann man im Singular nur durch Doppelung sowohl von jeder als auch von Autofahrer so ausdrücken, dass beide Geschlechter genannt werden. Formuliert man ihn um in den Plural, kann man elegant eine Kurzform verwenden: Alle Autofahrer(innen) kennen dieses Problem.
Beim Vorlesen sollten die genannten Kurzformen als Doppel­nennungen ausgesprochen werden.
  • Ersatzformulierungen mit geschlechtsneutralen Wörtern, gebildet durch Adjektive, Partizipien und neue Zusammen­setzungen:
    • Verwitwete statt Witwen und Witwer
    • Lehrende statt Lehrerinnen und Lehrer
    • Redaktion statt Redakteure und Redakteurinnen
    • Ärztlicher Rat statt Rat des Arztes
    • Studierende statt Studenten und Studentinnen

Zu diesen Ersatzformulierungen wäre auch die Variante des Entwurfs zu den europäischen Verfassungs­verträgen zu zählen, bei welcher aus Gleichstellungs­gründen abwechselnd die Bezeichnungen Mensch und Person benutzt werden.

Kritik

Gegen die Verwendung von Ersatzformulierungen spricht, dass möglicherweise "das spezifische Verstehen des generischen Maskulinums auf ein viel grundlegenderes Problem zurückzuführen ist, dass nämlich der Mann in unserer Gesellschaft als Prototyp des Menschen angesehen wird. Dann würden nämlich auch sogenannte geschlechts­neutrale Formulierungen wie Studierende, Lehrende usw. als Alternativen zum generischen Maskulinum nicht viel weiterhelfen, da auch sie automatisch mit dem Prototypen Mann instantiiert würden. Helfen würde in solch einem Falle nur, wenn man explizit auch die weibliche Formulierung mitbenutzt."[47]

Auch bei Berücksichtigung dieser Empfehlungen bleibt in Form von Komposita das generische Maskulinum erhalten. Das betrifft Wort­zusammen­setzungen, bei denen das generische Maskulinum an erster Stelle steht, z. B. Fußgängerüberweg, Leserbrief oder auch Bürgermeister/-in (hier auf den Bestandteil Bürger- bezogen, nicht auf -meister/-in).

Durch die Verwendung von Ersatz­formulierungen können unbeabsichtigte Mehr­deutigkeiten oder Bedeutungs­verschiebungen erzeugt werden, da sie selten strikt synonym, sondern meist nur bedeutungs­ähnlich sind, z. B. ist der/die Lehrer/-in streng genommen nur Lehrende/r während er/sie eine Lehrtätigkeit ausübt.

Einbezug von Männern in zuvor ausschließlich mit Frauen besetzten Gruppen

Einen Sonderfall stellen gesellschaftliche Veränderungen dar, durch die traditionell weibliche Tätigkeiten für Männer geöffnet wurden. Das Muster­beispiel hierfür ist der Beruf der Hebamme[wp]. Seitdem in Deutschland auch Männer diesen Beruf ausüben dürfen, wird er mit dem Wort Entbindungs­pfleger/-in bezeichnet. Diesen Neuerungen gemeinsam ist ein kreativer Umgang mit Sprache, der zu völlig neuen Bezeichnungen geführt hat. Bezeichnend ist, dass mit der gesellschaftlichen Änderung gleichzeitig ein Sprachwandel einsetzte, der verhinderte, dass männliche Entbindungs­pfleger als Hebamme bezeichnet werden.

Anmerkungen und Kommentare

Zitat: «Die Leute können den grammatikalischen Genus, die Zuordnung zu einer Wortdeklination, und das sexuelle Geschlecht nicht (mehr) aus­einander­halten. Es gab mal eine Zeit, in der war für gebildete Leute und Wissenschaftler noch die so genannte humanistisch-altsprachliche Bildung selbst­verständlich, zu der auch Latein und Altgriechisch gehörten. Als jemand, der auf einem alt­sprachlichen Gymnasium war und Latein und Griechisch hatte, halte ich deren Nutzen zwar für sehr begrenzt. Verbindliches Intensiv-Englisch und eine Zweitsprache wie Chinesisch oder Arabisch halte ich heute für sehr viel wichtiger. Aber man hat in Latein und Griechisch jedenfalls gelernt, das grammatikalische Geschlecht vom sexuellen Geschlecht aus­einander­zu­halten und zu begreifen, dass das eigentlich inhaltlich nichts bedeutet, sondern lediglich der Zuordnung zu einer Deklinations­form dient und hilft, Sätze leichter zu verstehen, weil es dem Hirn zusätzliche Information zur Satz­struktur und Bedeutungs­kategorie liefert. Was man besonders beim Satzbau in Latein und Griechisch versteht und dessen Notwendigkeit erkennt. Dieses Wissen haben die Genderisten offenbar nicht. Der sprachliche Genus dient dazu, das Verstehen von Sprache zu vereinfachen! Ziel der Genderisten ist es, Sprache bis zur Unverständlichkeit zu verkomplizieren und zu verhunzen. Gender ist die Bewegung der bildungs­mäßig Unter­belichteten, einer Art akademischer Taliban. Eine ironische Fußnote ist, dass diese feministischen Sprach­krüppelinnen in Anspruch nehmen, dass Frauen kommunikativ und sprachlich begabter seien als Männer. Sagen ausgerechnet die, die Sprache nicht verstanden haben, Grammatik nicht beherrschen, in ihren Sprachbildungsdefiziten schier absaufen und sich per Gender die Birne so zerkloppt haben, dass sie keine geraden verständlichen Sätze mehr zustande­bringen.»  - Hadmut Danisch[48]
Zitat: «Die CDU und Kristina Schröder im Gespräch mit ihrer Tochter vertreten vorgeblich christliche Werte, verwenden aber den heidnischen Gott-Begriff. Denn wenn man Gott mit bestimmtem oder unbestimmtem Artikel verwendet (der Gott, eine Göttin), heißt das immer, dass man ein Exemplar von der Menge vieler Götter meint. So können die alten Germanen, die Römer, die Griechen, die Wikinger, die Inder, die Aborigines usw. reden. [...]
In den drei monotheistischen Religionen (Christen, Muslime, Juden) gibt es aber nur jeweils einen ausschließlichen Gott. Und da ist dann nur von Gott bzw. Allah oder Jehovah die Rede, ohne Artikel. Einfach nur "Gott sagt" und nicht "der Gott sagt". "Allah" ist groß, nicht "der Allah". Weil ein monotheistischer Gott mit Allgemeinzuständigkeit und Schöpfer-Eigenschaften etwas anderes als die Resort-Götter mit Fachzuständigkeit ist. Insofern kann man Kristina Schröders Tochter nur zutiefst bedauern, nicht nur dafür, dass ihr dieser Religions-Käse eingetrichtert wird, sondern auch noch sprachlich und inhaltlich verunglückt.
Die besondere Lächerlichkeit liegt darin, dass die Genderisten ja bei einem anderen Wort, nämlich "Geschlecht", den Artikel und den Plural komplett wegideologisiert haben. Sie "denken Geschlecht". Das ist zwar schwachsinnig und sprachlich falsch, zeigt aber, dass sie mit Worten ohne Artikel und ohne Genus umgehen können. Warum aber können sie es dann nicht mit "Gott", wo es eigentlich richtig wäre?»  - Hadmut Danisch[48]
Zitat: «Wollte man den Blödsinn [der Feministen und Genderisten] mitmachen, müsste man sofort erhebliche Änderungen an der deutschen Sprache zugunsten der Männer fordern und vornehmen. Denn neulich las ich irgendwo, dass im Deutschen 46 % der Substantive femininum sind, aber nur 34 % maskulinum und die restlichen 20 % neutrum.[49] Ich fühle mich daher diskriminiert und vom Zugang zu so grundlegenden Nahrungs­mitteln wie "die Schokolade", "die Milch" oder "die Pizza" aus­geschlossen, die ja ausweislich ihres sprachlichen Geschlechts nur für Frauen hergestellt werden. Würde ich wie eine Feministin denken, müsste ich mich beschweren, dass die Gesellschaft mir als Mann den Zugang zu Pizza vorenthält, weil ja nur "die" und nicht "die und der" Pizza verkauft wird, und dann den freien Zugang zu Lebensmitteln skandieren. Man sollte hier dringend für eine repräsentative Anpassung sorgen. Andererseits sollte man alle biologischen Erkenntnisse über weibliche Anatomie gründlich überdenken, wo es doch bekanntlich "der Uterus", "der Follikel", "der Eierstock", "der Muttermund", "der Busen" und "der Eisprung" heißt, die ja offenbar alle dem männlichen und nicht dem weiblichen Organismus zugeordnet sind, wie ihr maskuliner Genus ja eindeutig beweist, folgte man feministischer Denkweise. "Die Prostata" ist demnach dem weiblichen Körper zuzurechnen. Und "die Beulenpest" war ja bekanntlich auch nur als Krankheit für Frauen konstruiert. Dem geneigten Leser sei an dieser Stelle gestattet zu lachen. Oder zu weinen.»  - Hadmut Danisch[48]

Literatur

Sprachkritische Literatur

  • Der Duden. 2005. Grammatik, insbesondere Abschnitt Nomen (Substantiv): Genus, Regel 236 (Personenbezeichnungen)
  • F. Braun, A. Gottburgsen, S. Sczesny, D. Stahlberg: Können Geophysiker Frauen sein? Generische Personenbezeichnungen im Deutschen, in: Zeitschrift für Germanistische Linguistik (ZGL), 1998, Heft 26, S. 265-283.

Zu den Nachteilen geschlechtsbezogener Sprachveränderungen

  • Dagmar Lorenz: Die neue Frauensprache - Über die sprachliche Apartheid der Geschlechter. Erstmals erschienen in: Muttersprache. Zeitschrift zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Heft 3, Sept. 1991; Hrsg.: Gesellschaft für deutsche Sprache, Wbn.; zitiert nach und abrufbar unter ulrichdevries.de
  • Richter am Bundesgerichtshof a. D. Eberhard Foth: Zur "geschlechtsneutralen" (oder: "geschlechtergerechten") Rechtssprache, Juristische Rundschau (JR) 2007, S. 410-412; auch verfügbar unter reference-global.com (kostenpflichtig).

BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen

Man kann das Ganze auch auf die Spitze treiben: Beim Wort "Bürgermeisterkandidat" müsste bei konsequenter Umsetzung - da es sowohl Bürgerinnen als auch Meisterinnen als auch Kandidatinnen gibt - die geschlechtergerechte Form "BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen" lauten. Dreimal mit Binnen-I versteht sich.

Aufzuräumen

[50] [51] Kritisiert wird ferner, die Alternativvorschläge würden der Gesellschaft oktroyiert.[9][52]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gisela Klann-Delius[wp]: Sprache und Geschlecht. Metzler 2004, ISBN 3-476-10349-8, S. 24, 26, 29f.
  2. Etwa so in der Art, wie bei gewissen Eintritts­preisen und Beförderungs­entgelten Kinder unter einem bestimmten Alter kostenfrei mitgenommen werden dürfen.
  3. Der Duden. Grammatik. Ausgabe 1995. S. 196 f.
  4. 4,0 4,1 Grammatischer Phallus, Spiegel Nr. 7/1989
  5. Arthur Brühlmeier: Sprachzerstörung aus Konzilianz - die Umkehr ist fällig, 2005
  6. Zum Beispiel: Pdf-icon-extern.svg Richtlinien für geschlechtergerechtes Formulieren. Kapitel 6. Problemfall "Generisches Maskulinum."[ext] - Amt der Landeshauptstadt Bregenz (Hrsg.) (S. 18-22)
  7. 7,0 7,1 Dagmar Lorenz: Die neue Frauensprache - Über die sprachliche Apartheid der Geschlechter. Erstmals erschienen in: Muttersprache. Zeitschrift zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Heft 3, Sept. 1991. Hrsg.: Gesellschaft für deutsche Sprache, Wbn.; zitiert nach und abrufbar unter ulrichdevries.de
  8. Pdf-icon-extern.svg Effekte geschlechtergerechter Sprache auf die Beantwortung von Meinungsumfragen[ext] - Katja Müller, Sandra Reinmuth, Katrin Lindner, Rainer Greifeneder, 1999
  9. 9,0 9,1 Rainer Paris: WGvdL-Forum: Bescheuertheit, Merkur - deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, Nr. 704, Januar 2008, S. 1 (7)
  10. Der Duden. Grammatik. 1998, S. 200
  11. Lisa Irmen und Vera Steiger: Zur Geschichte des Generischen Maskulinums: Sprach­wissen­schaftliche, sprach­philosophische und psychologische Aspekte im historischen Diskurs. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik. 33, Nr. 2-3, 2006, S. 212-235
  12. Josef Klein: Benachteiligung der Frau durch das generische Maskulinum - eine feministische Schimäre oder psycho­linguistische Realität? In: Norbert Oellers (Hrsg.): Germanistik und Deutschunterricht im Zeitalter der Technologie: Selbstbestimmung und Anpassung, Max Niemeyer Verlag 1988, ISBN 3-484-10592-5, S. 310-319
  13. John Gastil: Generic Pronouns and sexist language: The oxymoronic character of masculine generics. In: Sex Roles. 23, Nr. 11, 1990, S. 629-643
  14. Sik Hung Ng: Androcentric coding of man and his in memory by language users. In: Journal of Experimental Social Psychology. 26, Nr. 5, 1990, S. 455-464
  15. Mykol C. Hamilton: Using masculine generics: Does generic he increase male bias in the user's imagery? In: Sex Roles. 19, Nr. 11-12, 1998, S. 785-799
  16. Megan M. Miller und Lori E. James: Is the generic pronoun he still comprehended as excluding women? In: The American Journal of Psychology. 122, Nr. 4, 2009, S. 483-496
  17. Gisela Schoenthal: Personenbezeichnungen im Deutschen als Gegenstand feministischer Sprachkritik. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik. 17. Nr. 2, 1989, S. 296-314
  18. Ingrid Samel: Einführung in die feministische Sprachwissenschaft. E. Schmidt Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-503-03709-8, S. 50
  19. Ann Bodine: Androcentrism in Prescriptive Grammar: Singular 'They', Sex-Indefinite 'He', and 'He or She'. In: Language in Society. 4, Nr. 2, 1975, S. 129-146
  20. Dennis E. Baron: The Word That Failes. In: Grammar and Gender. Yale University Press, New Haven 1987, ISBN 0-300-03883-6, S. 190-216
  21. 21,0 21,1 Ursula Doleschal: Das generische Maskulinum im Deutschen. Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatik­schreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne. In: Linguistik online. 11, 2002, S. 39-70. ISSN 16153014
  22. Sandra L. Bem und Daryl J. Bem: Does Sex-biased Job Advertising "Aid and Abet" Sex Discrimination? In: Journal of Applied Social Psychology. 3, Nr. 1, 1973, S. 6-18
  23. Judith König und Annelise Truninger: Rasante Zeiten: eine Frau und ein Mann erleben unser Jahrhundert. Zytglogge, Bern 1982, ISBN 3-7296-0155-5, S. 31
  24. Friederike Braun: Making Men out of People: The MAN Principle in translating genderless forms. In: Helga Kotthoff und Ruth Wodak (Hrsg.): Communicating Gender in Context. J. Benjamin, Amsterdam 1997, ISBN 1-55619-804-3, S. 6
  25. Karin M. Eichhoff-Cyrus (zu dem Zeitpunkt als Frank-Cyrus) und Margot Dietrich: Sprachliche Gleich­behandlung von Frauen und Männern in Gesetzes­texten. Eine Meinungsumfrage der Gesellschaft für deutsche Sprache. In: Der Sprachdienst. 41, Nr. 2, 1997, S. 55-68
  26. Vera Steiger und Lisa Irmen: Zur Akzeptanz und psychologischen Wirkung generisch maskuliner Personen­bezeichnungen und deren Alternativen in juristischen Texten. In: Psychologische Rundschau. 58, Nr. 3, 2007, S. 190-200
  27. Mark E. Johnson und Seana Dowling-Guyer: Effects of inclusive vs. exclusive language on evaluations of the counselor. In: Sex Roles. 34, Nr. 5-6, 1996, S. 407-418
  28. Janet S. Hyde: Children's understanding of sexist language. In: Developmental Psychology. 20, Nr. 4, 1980, S. 697-706
  29. William R. Fisk: Responses to "neutral" pronoun presentations and the development of sex-biased responding. In: Developmental Psychology. 21, Nr. 3, 1985, S. 481-485
  30. Jo Young Switzer: The impact of generic word choices: An empirical investigation of age- and sex-related differences. In: Sex Roles. 22, Nr. 1-2, 1990, S. 69-82
  31. Lea Conkright, Dorothy Flannagan und James Dykes: Effects of Pronoun Type and Gender Role Consistency on Children's Recall and Interpretation of Stories. In: Sex Roles. 43, Nr. 7-8, 2000, S. 481-497
  32. Tina L. Bennett-Kastor: Anaphora, Nonanaphora, and the Generic Use of Pronouns by Children. In: American Speech. 71, Nr. 3, 1996, S. 285-301
  33. Pdf-icon-extern.svg Männliche Formen[ext] - Nicola Döring (S. 28)
  34. Luise F. Pusch: Das Deutsche als Männersprache. Suhrkamp 1984, ISBN 3-518-11217-1, S. 149
  35. Lisa Irmen: Diskriminierung und Sprache. Vortrag an der Universität Bern, 22. Mai 2003, Folie 35f.
  36. Siehe Verwendung des Wortes "Autofahrende" auf stadttangentebern.ch
  37. Friederike Braun, Anja Gottburgsen, Sabine Sczesny, Dagmar Stahlberg: Können Geophysiker Frauen sein? Generische Personen­bezeichnungen im Deutschen. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik. 26, Nr. 3, 1998, S. 265–283
  38. Regel 8, ETH Zürich, Stelle für Chancengleichheit. Abgerufen am 18. Dezember 2012
  39. Bettina Levecke: Deutsche Sprache = Männersprache? Vom Versuch einer "Geschlechtsumwandlung", in: Goethe-Institut, September 2006.
  40. Pdf-icon-extern.svg Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung und in den Gerichten des Bundes (Bundesgleichstellungsgesetz - BGleiG)[ext]
  41. Pdf-icon-extern.svg Erster Erfahrungsbericht der Bundesregierung zum Bundesgleichstellungsgesetz[ext] - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Abschnitt 5.7 (S. 76))
  42. Pdf-icon-extern.svg Frauen sind nicht der Rede wert?[ext] - Friederike Braun, Annegret Bergmann Gutachten. September 2009. S. 6 f.
  43. Bundesministerium der Justiz: Handbuch der Rechtsförmlichkeit. 3. Auflage. 2008 (abgerufen 1. September 2011)
  44. Bundesministerium der Justiz: Handbuch der Rechtsförmlichkeit. §§ 110-123
  45. Pdf-icon-extern.svg jura.uni-osnabrueck.de[ext]
  46. Birgit Eickhoff: Gleichstellung von Frauen und Männern in der Sprache, Januar 1999
  47. www.perzept.de: Wird das generische Maskulinum wirklich generisch verstanden?
  48. 48,0 48,1 48,2 Hadmut Danisch: Über die Lächerlichkeit des Bundesverfassungsgerichts, Ansichten eines Informatikers am 30. Dezember 2012
  49. Rotkel - Textwerkstatt: Der, die oder das?
  50. Elisabeth Leiss: Genus und Sexus. Kritische Anmerkungen zur Sexualisierung von Grammatik. In: Linguistische Berichte. 152, 1994, S. 281-300
  51. Friederike Braun, Susanne Oelkers, Karin Rogalski, Janine Bosak, Sabine Sczesny: Pdf-icon-extern.svg "Aus Gründen der Verständlichkeit ...": Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten[ext], in: Psychologische Rundschau. 53, Nr. 3, 2007, S. 183-189.
  52. Pdf-icon-extern.svg Vom Umgang mit Schwierigkeiten bei der Verankerung von Gender Mainstreaming[ext] - Klein-Uerlings (Punkt 1.3)

Querverweise

Netzverweise