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Klatschkompanie

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Ursula von der Leyen hat eine neue Einheit geschaffen - die Klatschkompanie. Erster gelungener Einsatz: bei Maybrit Illner[wp]. Sie hatte die Unterstützung auch dringend nötig.

Die Leserinnen mögen mir verzeihen, aber nach diesem Abend mit Annalena[wp] und "Röschen" war ich kurz davor, eine Petition auf den Weg zu bringen, die die Entfernung von Frauen aus politischen Führungs­positionen fordert. (Der strenge Hinweis meiner besseren Hälfte, ob Siggi, Heiko oder Armin etwa besser für Führungs­aufgaben geeignet wären, ließ mich allerdings reumütig von der Petition Abstand nehmen.)

Wenn man es nicht besser wüsste, müsste man denken, da seien zwei besonders eifrige Schülerinnen aus dem Ethik-Leistungs­kurs des Joachim-Gauck-Gymnasiums in die Illner-Sendung reingerutscht. Schülerin Baerbock[wp] forderte "Wir müssen dafür sorgen, dass das Blut­vergießen ein Ende hat." Wer wir? Sie und Robert und Anton? Von "Assad, der unendlich viel Blut an den Händen hat", von "Menschen, die bitter leiden", sprach von der Leyen, und dass sie nun "mit aller Kraft" irgendwas machen will. Herr hilf!

Bevor wir in die Sendung einsteigen, muss eine neue militärische Einheit der Ursula von der Laien-Truppe vorgestellt werden - die Klatschkompanie. Der Einsatz dieses neuen Propaganda­kampf­verbandes (getarnt in T-Shirt oder in Schwangeren-Ausgeh-Uniform) darf als durchweg gelungen bezeichnet werden. Ganz gleich, welchen Blödsinn Ursel von der Leine ließ ("Giftgas-Beweise eindeutig und erwiesen. Wir sind überzeugt von dem, was uns die drei Nationen vorlegen"), die Truppe klatscht wie ein Mann. Sehr geschickt auch, dass "Bravo"- und "Hoch"-Rufe vermieden wurden, um nicht aufgedeckt zu werden.

Manchmal kann Illner auch stutenbissig. Ausgerechnet Annalena von den Grünen nach dem nicht so ganz völker­rechts­gemäßen Bombardement auf Syrien zu fragen, und dann auch noch den Kosovo anzuführen, wo der damalige Chef der grünen Friedens­tauben, Fischer, einen Krieg begann, das hat schon was. Aber Annalena hatte sich wohl vom alten Kriegs­treiber Joseph briefen lassen und plapperte munter von "menschen­rechts­orientierter Außenpolitik", und dass das ja nur ein Vergeltungs­schlag gewesen sei. Sie verlangt jetzt Sanktionen gegen Syrien, Iran (!) und Russland - Joschka, ick hör dir (und Madeleine) trapsen!

Nun soll ja der Muslim von Hause aus eher weniger Geduld mit seinen Damen aufbringen als die Männchen unserer Generation Schnee­flöckchen. Vorausgesetzt das stimmt, hat der syrische Journalist Aktham Suliman[wp] bei Illner schier Über­menschliches gleistet. Er ertrug die Ethik­referate unserer eifrigen Zwei, ohne großes Augen­zucken. Allerdings empfahl er den zwei *Weltverbesserern deutlich "Machen Sie das doch zuhause! Nicht in Syrien!" Und er stellte ein paar Thesen auf, die wir nach­erzählen wollen. Zu den Raketen der vergangenen Woche: "Entweder war da nix, wo sie hin­geschossen haben, dann war der Einsatz unsinnig. Oder da lag Gas, dann wars hoch­gefährlich für die Bevölkerung." Dann bemerkte er, dass "US- und Europa-Truppen geduldet in Jordanien stehen und in Saudi-Arabien, nur nicht in Syrien, und, komisch, da sitzt ein Diktator." Sodann machte der stolze Syrer, der für Al Jazeera[wp] arbeitet, klar, dass "wenn Assad so wäre, wie Sie behaupten, wäre er abgewählt ..."

"Aber die Menschen haben das Recht vor einem Diktator geschützt zu werden", fuhr Annalena hoch. Auch die in Saudi-Arabien, Venezuela, Kuba, und zahllosen Staaten in Afrika, Annalena?
- Stephan Paetow[1]

Einzelnachweise

  1. Stephan Paetow: Maybrit Illner: Das Syrien-Dilemma - kein Ausweg ohne Putin?, Tichys Einblick am 20. April 2018
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Maybrit Illner: Das Syrien-Dilemma - kein Ausweg ohne Putin? von Stephan Paetow, Tichys Einblick am 20. April 2018.