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liberal

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Liberal bedeutet laut Brockhaus "freiheitlich gesinnt". In der neueren Sprachregelung steht es allerdings für Beliebigkeit und Werterelativismus. Man versteht unter Freiheit nicht länger das Gegenteil von Unterdrückung und Unmündigkeit. Freiheit ist private Selbstverwirklichung, gerne auch auf Kosten anderer. Liberale in diesem Sinne halten beschmierte U-Bahn-Sitze für Jugendkultur und kommunistische Abzeichen für Design-Elemente. Sie finden die gewaltsame Befreiung von Laborratten cool. Die Entpolitisierung der Freiheitsidee folgt dem Erfolgsprinzip des IKEA-Katalogs. Man kann sich kuschelig damit einrichten. Alles ist irgendwie ein Konstrukt, das vom Betrachter abhängt. Und: "Das darfst Du nicht so eng sehen."[1]


Der politische Begriff liberal geht auf das lateinische liberalis ("eines freien Mannes würdig; edel, vornehm, anständig") zurück und kam im ausgehenden 18. Jahrhundert als französisches Fremdwort nach Deutschland. Hier bedeutet es frei und meint einen jener Werte, den die Französische Revolution[wp] erkämpft hatte.

Im politischen Sprachgebrauch bezeichnet liberal bis heute die Sicherung der persönlichen Freiheit eines jeden Menschen. Freiheit ist hier gleichbedeutend mit Individualismus[wp]. Der Begriff zielt auf den Einzelnen ab und richtet sich gegen ihm auferlegte Zwänge. Als politischer Begriff ist liberal der Gegenbegriff zu fremdbestimmt.[2]

Einzelnachweise

  1. Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder: Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist., Piper Verlag 2008, ISBN 3-492-2536-4; mm, S. 102
  2. Annette Böckler: Was heißt liberal?

Querverweise

Netzverweise