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Sklavenausbildung

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Unter dem Begriff Sklavenausbildung versteht eine Domina den Aufbau einer länger­fristigen Bindung zu ihren Kunden.

Ausbildung

Für viele Kunden ist der begrenzte Zeitrahmen einer Session von üblicherweise ein bis zwei Stunden zu wenig. Viele Domina-Studios kommen diesen Kunden­wünschen entgegen, wobei die länger­fristige Kunden­bindung auch geschäftsfördernd ist.

Die Sklavenausbildung (die häufig in den allgemeineren Begriff "Langzeit­erziehung" fällt) kann auf zweierlei Weise umgesetzt werden. Zum einen kann die Ausbildung in einer Session verwirklicht werden, die sich über längere Zeit am Stück erstreckt (Langzeit-Session), einer Session, die über viele Stunden, Tage (Wochenende) bis hin zu Wochen (Urlaub, Flitterwochen) gehen kann. Zum anderen kann die Ausbildung zum Sklaven aber auch als eine grundsätzliche Ausbildung/Erziehung angelegt werden, die über einen sehr langen Zeitraum mit regelmäßigen Sessions aus verschiedenen "Disziplin­übungen", "Ausbildungs­abschnitten" und "Trainings­einheiten" besteht. Beide Varianten haben ihren Reiz.

Der Reiz einer Langzeit-Session besteht darin, dass eine Herrin ihren Sub (den angehenden Sklaven) sehr gut an seine Grenzen führen kann bzw. diese extrem ausdehnt, und auch das kurzfristige Durchhalte­vermögen testet. Die zweite hat den Vorteil, dass die Herrin ihren Sub über einen sehr langen Zeitraum systematisch immer stärker zu versklaven, ihn Schritt für Schritt immer abhängiger zu machen, bis hin zu dem Punkt, wo er zu ihrem Eigentum wird. Die zweite Variante ist psychologisch sehr interessant, da der Sub oftmals erst sehr spät realisiert, wie abhängig er geworden ist, und es dann kein Zurück mehr gibt.

Die Sklavenausbildung umfasst anfänglich einfache Aufgaben, die schrittweise gesteigert werden und schließlich den Sub an die eigenen Grenzen führt. Beispielsweise kann dabei die Domina in einer Keuschhaltung über eine längere Zeit sämtliche sexuelle Befriedigung verweigern und als Schlüssel­halterin des Peniskäfigs über den Sklaven herrschen. Dabei entsteht eine enge Abhängigkeit des Sklaven zur Domina, die bis zur Hörigkeit führen kann. Die Pflichten des Sklaven, Rechte und die Verantwortung der Domina können in einem so genannten "Sklavenvertrag" festgelegt werden, der rechtlich allerdings nicht anderes ist als jeder andere Dienst­leistungs­vertrag auch.

Haussklaven und Feldsklaven

Ende 1963 hielt Malcolm X[wp] seine berühmte Rede Message to the Grass Roots, welche eine Grundlage für die schwarze Bürger­rechts­bewegung[wp] bildete, die sich unter dem Kampfschrei Black Power 1966 in Form der Black Panther Party[wp] organisierte. Darin unterschied er den Haus­sklaven (house slave[wp]) vom Feldsklaven (field slave[wp], auch plantation slave).

Es erklärt sich von selbst, dass die Arbeit im Haus und auf dem Feld ganz unterschiedliche Fähigkeiten verlangt. Es genügt also nicht, einen Sklaven zu haben. Er muss auch für die Aufgabe, die er erfüllen soll, ausgebildet werden. Nun hat in Europa niemand eine Baumwoll­plantage, so dass Feldsklave ein historischer Begriff aus der US-amerikanischen Geschichte ist. In Westeuropa arbeiten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion[wp] vorwiegend Wanderarbeiter aus Osteuropa.

Das Konzept vom Feldsklaven wurde vom Lohnsklaven abgelöst. Esther Vilar schreibt dazu in ihrer Streitschrift Der dressierte Mann:

  • "Die Frau läßt den Mann - nur aufgrund der Tatsache, daß er ein Mann ist und sie etwas ganz anderes, nämlich eine Frau - bedenkenlos für sich arbeiten, wann immer es eine Gelegenheit gibt."[1]
  • "Was immer der Mann tut, wenn er arbeitet - ob er Zahlen tabelliert, Kranke heilt, einen Bus lenkt oder eine Firma leitet -, in jedem Augenblick ist er Teil eines gigantischen, unbarmherzigen Systems, das einzig und allein auf seine maximale Ausbeutung angelegt ist, und er bleibt diesem System bis an sein Lebensende ausgeliefert. [...] Sie tun es, weil sie dafür dressiert werden: Ihr ganzes Leben ist nichts als eine trostlose Folge von Dressur­kunst­stückchen. Ein Mann, der diese Kunst­stückchen nicht mehr beherrscht, der weniger Geld verdient, hat "versagt" und verliert alles: seine Frau, seine Familie, sein Heim, den Sinn seines Lebens - jedwede Geborgenheit. [...] Der Mann sucht immer jemand oder etwas, dem er sich versklaven kann, denn nur als Sklave fühlt er sich geborgen - und seine Wahl fällt dabei meist auf die Frau."[2]
  • "Die einzig wichtige Tat im Leben einer Frau ist die Wahl des richtigen Mannes (sie darf sich sonst überall irren, hier nicht), und deshalb trifft sie diese Wahl meist dort, wo sie die männlichen Qualitäten, auf die es ihr ankommt, am besten beurteilen kann: beim Studium und bei der Arbeit. Büros, Fabriken, Colleges und Universitäten sind für sie nichts weiter als riesige Heiratsmärkte.
    Welches Milieu sie zum Ködern ihres künftigen Arbeits­sklaven tatsächlich wählt, hängt weitgehend vom Einkommen des Mannes ab, der sich vorher für sie versklavt hatte - ihres Vaters. Die Töchter gut­verdienender Männer suchen sich den Mann zum Heiraten vorzugsweise auf Hochschulen und Universitäten, denn dort bestehen die größten Chancen, einen mindestens ebensogut verdienenden Mann zu finden (außerdem ist ein Pro-Forma-Studium bequemer als eine - wenn auch vorläufige - Berufs­tätigkeit.) Mädchen aus weniger gutem Hause müsen sich zum gleichen Zweck vorübergehend in einer Fabrik, einem Laden, Büro oder Krankenhaus verdingen. Beide Formen des Engagements sind provisorisch - sie dauern bis zur Hochzeit, in Härtefällen bis zur Schwangerschaft - ..."[3]
  • "Außerhalb seiner Funktion als Ernährer mißt die Frau dem Mann keinen Wert zu."[4]

In einem Streitgespräch mit Alice Schwarzer sagte Vilar:

Zitat: «Wenn ein Mann Vater wird, dann heißt das, dass er sozusagen die Eintrittskarte für das lebens­längliche Gefängnis schon bekommen hat, in der Tasche hat, denn das heißt, dass er überhaupt nicht mehr aufhören kann [zu arbeiten], bis er - wenn er einigermaßen gewissenhaft ist - pensioniert wird.» (Fernsehduell mit Alice Schwarzer; 1975)[5]

In diesem Sinne ist die Berufsausbildung eines Mannes (zumindest in westlichen Ländern) eine Sklaven­ausbildung, die ihn dazu befähigen soll, als Lohnsklave einem Weib lebenslang zu dienen. Die Sklavenhaltung des westlichen Mannes ist bereits weitgehend vom Konzept der Ehe entkoppelt. Auch ohne Eheschließung werden weiße, heterosexuelle Männer dazu genötigt (via Geldtransfer/Steuern, Frauenquote, Frauenförderung) den Weibern auch ohne Gegenleitung ein sorgenfreies Leben ohne Verantwortung sicherzustellen.

Sexsklaven

Schlussendlich werden Sexsklaven dafür ausgebildet, sexuelle Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. (Siehe auch Kajira).

Unterschiede zwischen männlichen und weibliche Sklaven

Der männliche Sklave hat oft andere und mit Pflichten beladene Aufgaben zu erfüllen als die Sklavin. Oft muss er seine Besitzerin mit Geld versorgen, sie mit Geschenken bedenken, ihr praktische Dienste erweisen (was beim Bau­hand­werker dazu führt, dass er ihr in Sklaven­arbeit kostenlos ein Eigenheim baut), und nicht selten ist der männliche Sklave von einem angetrauten Ehegatten nicht zu unterscheiden (der Sklavenring heißt dann Ehe­ring).

Einzelnachweise

  1. Trilogie: Der dressierte Mann, Was ist der Mann?, S. 16
  2. Trilogie: Der dressierte Mann, Was ist der Mann?, S. 19/21
  3. Trilogie: Der dressierte Mann, Berufswelt als Jagdrevier, S. 103
  4. Trilogie: Der dressierte Mann, Der weibliche Horizont, S. 28
  5. Zitiert auch in: Mp3-icon-extern.png Esther Vilar, Schriftstellerin (Geburtstag 16.09.1935)[ext] - WDR 2 Stichtag, 16. September 2020 (04:16 Min.)

Querverweise